| T E X T E | G A L E R I E | |||
| Carlfriedrich Claus Rolf-Herrmann Geller Gabriele Juppe Alojzy Oborny |
Die Malerei ist bei Levin Colmar das In-Form-Setzen einer Sehweise, die das Existentielle, das Menschliche, das Umgebungsgemäße des Menschen und seine wie auch immer gelagerte Stimmung betont. Spuren sind es, Spuren einer subtilen Verhaltenheit, wo uns die von ihm angegangene Thematik in einem neuen - verhaltenen und unprätentiösen - Licht erscheint. Formal gelingt das durch eine äußerst eigenwillige Farbe, einer Farbe, die den Bildträger durchtränkt und in der verhaltenen Coloriertheit sich das von ihm anzugehende, sehnsuchtsvolle Motiv als farbiger Stimmungsträger niederschlägt. Eine Malerei, die besonders in den Figurinen und "gesichtslosen" Gesichtern Eleganz und gewandt vorgetragene Farbvaleurs zeigt. Im Weiteren schält sich im Bild formale Substanz heraus. Im Ästhetischen ist es eine Vortragsweise, die verhalten ist und ohne vordergründige Effekte auskommt. Das ist wohltuend zu vermerken. Denn in der "stillen" Entfaltung, besonders bei den großformatigen Papierarbeiten, nimmt einen die unbunte Farbe ein, führt vor, wie nebelartige Farbräusche im Graubereich die Stimmungsträger sind, die den Betrachterblick benennen. Spannend ist es, aus solchen Farbflächen eine figürliche Gebärdensprache herauszulesen und aus zarter Tönung die kreidige Atmosphäre herauszufühlen. Eine "ausbalancierte" Malerei ist das Ganze, wo in der Regel die sanft betriebene Malerei der Menschen-Körper, wenn auch oftmals verzerrt und deformiert, eine Sprache zu sprechen scheint, die wir fast vergessen haben: Schweigen. Die Integration von Form und Inhalt, Gehalt und Gestalt ist das Faszinierende in Levin Colmars Werk, welches spannend zu betrachten ist und neue Wahrnehmungsmöglichkeiten erschließt. Aus der strengen Malerei hat Levin Colmar die Farbe entlassen und sie in neuer Form, in neuer Prozeßhaftigkeit gestaltet. Das zu sehen, zu erleben und mit dem Auge zu "er-tasten" ist spannend. Spannend ist Levin Colmars souverän vorgetragenes Werk auf der Bühne höchsten Könnens. |
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| Rolf-Herrmann Geller, Hannover 1997 |